„Unser Bestes“ aus dem Biosphärenreservat. tegut… ist Partner des Vereins „Rhöner Biosphärenrind e.V.“

Stefan Hohmann, Vorsitzender des Rhöner Biosphärenrind e.V., auf den Weiden in der Hochröhn. Fotos. tegut….

An den tegut… Feinkosttheken wird seit vergangenem Jahr als Spezialität Bio-Rindfleisch unter der Bezeichnung „Unser Bestes“ angeboten. Es stammt zu 85 bis 90 Prozent aus dem Biosphärenreservat Rhön.

Das Besondere an „Unser Bestes“ ist nach Auskunft von Sven Euen, Rohstoffmanager bei der kurhessischen fleischwaren GmbH fulda (kff), dass das Fleisch von Ochsen und Färsen (weiblichen Jungtieren) stammt, direkt nach der Schlachtung zerlegt und dann langsam heruntergekühlt wird. „Das macht den unnachahmlichen Geschmack und die besondere Zartheit aus“, erklärt er.

So wie das Fleisch durch diese Behandlung „geadelt“ wird, adelte die Unesco (Weltorganisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) die Rhön 1991 mit dem Titel Biosphärenreservat. In diesem Jahr feiert es sein 20-jähriges Bestehen. Anders als in Naturparks, in denen menschliche Eingriffe untersagt sind, ist das Biospärenreservat Rhön durch die landwirtschaftliche Nutzung (insbesondere Viehhaltung) geprägt und gilt als schützenswert.

Nach wie vor dominieren in der Rhön kleinbäuerliche Strukturen, wobei die aktuelle Agrarpolitik den Haupt- und Nebenerwerbslandwirten das Überleben schwermacht. Auf der Suche nach Alternativen zur wenig lukrativen Milchproduktion hat sich 1998 der „Rhöner Biosphärenrind e.V.“ mithilfe von tegut… als Zusammenschluss von Rinderhaltern gegründet, die ihr Fleisch direkt vermarkten und in tegut… einen verlässlichen Partner haben. Derzeit gehören 70 Höfe der Erzeugergemeinschaft an – von zwei Großbetrieben in Thüringen bis hin zu kleinen Nebenerwerbslandwirten, die das Gros der Mitglieder stellen.´ Da die Nachfrage nach dem Bio-Rindfleisch „Unser Bestes“ groß ist, hofft Sven Euen, weitere Lieferanten zu finden und sieht dafür vor allem in der bayerischen Rhön noch Potenzial. 28 Prozent beträgt der derzeitige Anteil des Rindfleischs aus der Rhön an der Gesamtmenge des von der kff verarbeiteten Bio-Rindfleischs. „Wir können noch vielen regionalen Landwirtschaftsbetrieben die Möglichkeit bieten, ihre ökologisch aufgezogenen Tiere zu einem fairen Preis abzusetzen“, wirbt Euen. An den Konditionen war auch während der BSE-Krise nicht gerüttelt worden, als Rindfleisch-Nachfrage und –preis in den Keller gesackt waren.

Dass der „Rhöner Biosphärenrind e.V.“ als Lieferant Priorität genießt, begründet Sven Euen mit der Verbundenheit von tegut… mit dem Biosphärenreservat und der Region. Hinzu kommt, dass die Zugehörigkeit in einem Öko-Anbauverband Voraussetzung für die Mitgliedschaft bei dem Biosphärenrind-Verein ist.

Einmal am Tag macht sich Stefan Hohmann aus Hilders auf den Weg in Richtung Hochrhön, um nach den 150 Rindern zu sehen, die auf zwei Gemeinschaftsweiden grasen. Er ist Vorsitzender des Vereins Rhöner Biosphärenrind. „Wir streben eine Ganzjahresbeweidung an“, sagt Hohmann, der Bio-Milch produziert und nebenher jährlich etwa zehn Rinder für die kff großzieht. Die Fleischrassen, vor allem das Rhöner Fleckvieh, seien sehr robust und fühlten sich im Freien am wohlsten, erklärt der Vollerwerbslandwirt. Das gelte sogar im Winter, solange die Fütterung auf den abgelegenen Weiden bei Schnee und Eis gewährleistet werden könne. Durch die ausreichende Bewegung auf den 100 bzw. 70 Hektar großen Weiden bei Wüstensachsen bilden die Rinder eine optimale Fleischqualität aus, die sich auch nachweislich im Geschmack bestätigt. Das Biosphärenreservat profitiert wiederum von dem Projekt, indem die Wiesen nicht verbuschen, sondern der Charakter der Rhön als „Land der offenen Fernen“ erhalten bleibt.

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